Optik · FACHLEXIKON
Fernglas
Beidäugiges optisches Beobachtungsgerät zur vergrösserten Betrachtung.
← Im Lexikon entdecken und weitersuchenBedeutung und Funktion
Ein Fernglas erlaubt die Beobachtung mit beiden Augen. Vergrösserung und Objektivdurchmesser werden häufig als Zahlenpaar angegeben. Hohe Vergrösserung kann Details fördern, aber Bildruhe und Sehfeld beeinträchtigen; diese Eigenschaften sind von der individuellen Handhabung mit abhängig.
Hintergrund und Abgrenzung
Zwei optische Kanäle liefern je ein Bild für ein Auge. Prismen dienen bei verbreiteten Bauarten unter anderem der Bildaufrichtung und beeinflussen die Gehäuseform. Dachkant- und Porroprismen sind unterschiedliche Baukonzepte; eine schlanke Form allein ist kein vollständiger Qualitätsmassstab.
Praktische Einordnung
Eine Angabe wie Vergrösserung mal Objektivdurchmesser benennt zwei Eigenschaften und keinen pauschalen Leistungswert. Augenabstand, Sichtfeld und Fokussierbereich kommen hinzu. Auch ein Dioptrienausgleich zwischen den Augen erfüllt eine andere Aufgabe als die gemeinsame Entfernungsschärfe. Für Beobachtungen helfen ein vollständiges Bild und passende optische Bedingungen; hohe Vergrösserung allein garantiert keine bessere Erkennbarkeit in jeder Situation.
Geschichte und Entwicklung
ZEISS begann 1894 mit der kommerziellen Herstellung von Prismenferngläsern. Die Verwendung von Prismen war ein wichtiger Entwicklungsschritt für kompakte Beobachtungsinstrumente. Dieses Datum bezeichnet einen Herstellermeilenstein und nicht die erstmalige Erfindung sämtlicher doppelläufiger Fernrohre.
Ein Beispiel
Ein 8×42-Fernglas hat achtfache Vergrösserung; 42 bezeichnet den Objektivdurchmesser, nicht die Reichweite.